Über den Waldkauz

Erfahre mehr über das heimliche Leben des Waldkauzes

Systematik

Der Waldkauz (strix aluco) ist unsere häufigste Eulenart in Europa. Der Waldkauz (Strix aluco) wird in die Ordnung der Eulen (Strigiformes), in die Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae) und der Gattung Käuze (Strix) eingeordnet. Somit entsteht folgendes hierarchisches System:

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Gattung: Käuze (Strix)
Art: Waldkauz (aluco)

Der Waldkauz kommt in Europa in drei schwer zu unterscheidenden Untergruppen vor: S. a. aluco (Nord-, Mittel- und Südeuropa), S. a. sylvatica (Grossbritannien, Westeuropa und Iberische Halbinsel) und S. a. sibiriae (östlich von Moskau).


Verbreitung

Die Verbreitung des Waldkauzes ist disjunkt und kommt in zwei räumlich getrennten Gebieten vor. Zum einen besiedelt er Teile von Ostasien und zum anderen ist er in den gemässigten und mediterranen Zonen Europas be-heimatet. In Europa fehlt die Art lediglich auf Island und Irland.

Die nördliche Verbreitung des Waldkauzes wird durch den südlichen Rand der borealen Nadelwälder Skandinaviens und Russland begrenzt. Südlich kommt der Waldkauz bis in die nördlichen Gebiete von Marokko, Algerien und Tunesien vor.

Der gesamte Bestand gilt in der Schweiz als relativ stabil. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts führten Aufforstungen im Flachland, mildere Winter sowie der vorübergehende Rückgang des Habichts kurzfristig zu einer Zunahme. Regional gibt es aber Hinweise für eine Abnahme. Der Bestand in der Schweiz wurde im Jahr 2007 von der Vogelwarte auf 6000 - 7000 Brutpaare geschätzt.

Anhand von Horchmeldungen und Brutnachweisen schätzt der Zürcher Vogelschutz im Jahre 2008 den Bestand auf 380 Brutpaare im Kanton Zürich. Da sich allerdings oft verschiedene Horchmeldungen und Brutnachweise überschneiden, dürfte die effektive Zahl an brütenden Waldkäuzen einiges kleiner ausfallen. Meine Horchmeldungen von verschiedenen Tagen, aber innerhalb des gleichen Revieres wurden vom ZVS fälschlicherweise als mehrere Brutpaare betrachtet.

Der Waldkauz kommt in verschiedenen Waldtypen vor. Voraussetzung sind allerdings lichte Altholzbestände. Die grösste Dichte wird in Laub und Mischwälder erreicht, während in reinen Nadelwäldern die Siedlungsdichte nur gering ist. Der Waldkauz brütet in der Schweiz von bevorzugten tiefen Lagen bis hinauf in die Montanstufe. Die höchstgelegenen Brutnachweise liegen in der Schweiz auf 1600 (Nordalpen) und 1800 M. ü. M. (Wallis).

Bild: Brutpaare im Kanton Zürich im Jahre 2008 (Quelle: ZVS) / Das Untersuchungsgebiet ist rot markiert


Das Gehör

Das Gehör ist für den Waldkauz das wichtigste Sinnesorgan. Es ist wie bei keiner anderen Vogelgruppe so gut ausgebildet wie bei den Eulen. Die Ohren liegen seitlich hinter den Augen und haben relativ grosse Öffnungen. Durch die Federn sind die Ohren aber nicht sichtbar. Speziell bei den meisten Eulen ist, dass die Ohren unterschiedlich geformt sind und sich auch auf verschiedenen Höhen befinden. Durch diese Asymmetrie treffen die Geräusche mit einer kleinen Zeitverzögerung bei den Ohren auf. Aufgrund dieser Differenz kann der Waldkauz nicht nur die Richtung, sondern auch die Entfernung des Geräusches bestimmen.

Feinste Geräusche werden zusätzlich vom Gesichtsschleier aufgefangen und wie in einem Schalltrichter gebündelt. Der Schall wird von den speziellen Federn des Gesichtsschleiers zu den Ohröffnungen geleitet. Der Gesichtsschleier kann aufgerichtet werden, um auch Geräusche von hinten besser aufnehmen zu können. Wie bei anderen nachtaktiven Eulen, ist dieser Gesichtsschleier auch beim Waldkauz stärker ausgeprägt als bei tagaktiven Eulen.


Das Gefieder

Der Waldkauz kommt in unzähligen Färbungen vor. Die Farbpalette reicht von fuchsrot bis grau und ist in beliebigen Kombinationen möglich. Im Wald mit dem Licht- und Schattenspiel der Blätter ist der Waldkauz mit seinem unregelmässig gesprenkelten Gefieder vorzüglich getarnt. So wird der Waldkauz auch tagsüber nur selten entdeckt, wenn er sich dicht an einen Baumstamm drückt oder im dichten Geäste ruht. Der Jagderfolg des Waldkauzes hängt davon ab, ob er sein Opfer überraschen kann. Hierzu hat der Waldkauz eine Besonderheit entwickelt, die es ihm ermöglicht praktisch lautlos zu fliegen:

1. Die ersten zwei Schwungfedern (HS 10 + 9) weisen eine feine Zähnelung auf. Diese dämpfen den Luftstrom der über die Oberfläche der Schwingen streift.

2. Auf der Innenfahne der Schwungfedern bilden sehr flexible Bürstenstrahlen eine Art Saum, welcher das Zusammenfliessen der oberen und unteren Luftströmen dämpft. Dies verhindert Wirbelbildungen der Luft und minimiert Geräusche.

3. Die Oberflächen der Federn sind sehr flaumig und weich. Dadurch werden Geräusche reduziert, welche beim Übereinanderschieben der Federn entstehen. Zudem strömt so die Luft leiser zwischen den Federn hindruch.

Der lautlose Flug ermöglicht dem Waldkauz nicht nur ein möglichst unbemerktes Annähern an das Beutetier, sondern kann auch während dem Flug noch feinste Geräusche wahrnehmen. So kann der Waldkauz jederzeit noch auf Bewegungen der Beute reagieren.


Die Augen

Wie bei allen Eulen sind die grossen Augen starr nach vorne gerichtet. Während die Augen des Menschen nur ca. 1 % seiner gesamten Schädelmasse ausmachen, beträgt etwa der bulbäre Gewichtsanteil beim Waldkauz mehr als 32 % des Schädelgewichts (KORBEL 1995). Der Waldkauz kann mit dem oberen Augenlid blinzeln. Zum Schutz kann der Waldkauz die Bindehaut über das Auge schieben. Diese dient auch dazu, Schmutz aus dem Auge zu entfernen oder das Auge zu schützen. Der Waldkauz sieht auch bei sehr schwachem Licht noch recht gut. Das Sternenlicht reicht aus, um Hindernisse im Wald zu umfliegen. In absoluter Dunkelheit kann der Waldkauz allerdings auch nichts mehr sehen. Er muss sich dann mit seinem Gehör orientieren und die Beutetiere orten. Am Tage sieht der Waldkauze durchaus und ist nicht blind, wie es oft irrtümlich behauptet wird.

Die Augen der Eulen sind nicht seitlich wie bei anderen Vögeln, sondern sind nach vorne gerichtet. Dadurch ist das Gesichtsfeld relativ klein und beträgt 110 Grad, wovon 70 Grad überlappend sind. (Beim Menschen ist das Gesichtsfeld 180 Grad; 140 Grad überlappend). Um das geringe Gesichtsfeld zu kompensieren, können die Eulen den Kopf bis zu 270 Grad drehen. Diese Beweglichkeit des Kopfes wird nur durch die 14 Halswirbel ermöglicht (beim Menschen nur 7).

Wie die meisten Eulen besitzt auch der Waldkauz ein drittes Augenlid, die sogenannte Nickhaut. Diese ist transparent und kann entweder als Schutz über das Auge geschoben werden, oder kann zB. während dem Flug zum Reinigen des Auges verwendet werden ohne die Sehkraft stark einzuschränken.


Die Fänge

Der Waldkauz hat pelzartig befiederte Füsse. Die Innenseite der Zehen sind mit feinen und empfindlichen Papillen versehen, welche ein sicheres Tasten und Greifen im dunkeln überhaupt ermöglichen. Der Waldkauz hat wie die meisten Eulen eine so genannte Wendezehe. Das heisst, die Vierte Zehe kann je nach Einsatz nach vorne oder hinten gedreht werden. Sitzt ein Kauz auf einem Ast, so zeigen in der Regel zwei (Zehe 2 und 3) Zehen nach vorne und zwei (Zehe 1 und 4) nach hinten, um besseren Halt zu gewährleisten (Foto unten). Im normalen Zustand (Foto rechts) sind die Zehen in der gewohnten Stellung (3 vorne, 1 hinten).

Die Fänge des Waldkauzes sind sehr kräftig. Zusammen mit den scharfen Krallen sind sie eine tödliche Waffe. Fängt der Waldkauz eine Maus, wird diese meistens bereits durch das Zupacken getötet. Anschliessend wird die Maus vor dem verschlingen mit den Fängen durchgeknetet, um den Nager besser verschlingen zu können.





Die Nahrung

Der Tagesbedarf eines Waldkauzes entspricht etwa 60 bis 70 g pro Tag, was etwa 4 Feldmäusen entspricht. Während der Brutzeit genügen dem Weibchen infolge geringerer Aktivität etwa 45 g. Anhand der Gewölle kann die Nahrung der Eulen sehr genau untersucht werden. Etwa 50 % der Nahrung bestehen aus Feldmäusen, je 16 % sind echte Mäuse und Vögel, 12 % Lurchen und etwa je 2 % bestehen aus Spitzmäusen und Käfern. Je nach geografischer Lage, Jahreszeit und der individueller Eigenart des Kauzes variieren die Nahrungsbestandteile. In einem mausarmen Jahr kann sich der Waldkauz zum Beispiel auf Vögel spezialisieren. So gab es Untersuchungen, welche gezeigt haben, dass die Nahrung eines Waldkaues aus 75 % Vögeln bestanden hat. Im folgenden Jahr hingegen konnten praktisch keine Vögel mehr im Beuteschema des gleichen Kauzes nachgewiesen werden. Kräftige Waldkäuze können durchaus auch Eichhörnchen, Tauben oder Rabenvögel schlagen. Auch fallen dem Waldkauz auch immer wieder Waldohreulen zum Opfer.


Gewölle

Der Waldkauz verschlingt kleinere Beutetiere meist gleich in einem Stück. Die unverdaubaren Nahrungsreste wie Knochen, Fell und Federn werden dann später als Gewölle wieder ausgewürgt. Oft werden diese Speiballen unter den Schlafbäumen der Eulen gefunden. In der Regel enthält ein Gewölle die Resten eines kleinen Beutetieres. Wird ein Gewölle auseinander genommen und untersucht, lassen sich anhand der Knochen Rückschlüsse auf die Nahrung machen.

Doch sind gerade junge Waldkäuze in der Lage, Knochen zu verdauen um den grossen Kalkbedarf in der Wachstumsphase zu decken. Auch ausgewachsene Eulen sind in der Lage Knochen zu verdauen, was die Analyse der Gewölle verfälschen kann. Das Gewölle des Waldkauzes ist etwa 5 cm lange und meistens hellgräulich.


Der Lebensraum

Der natürliche Lebensraum des Waldkauzes hängt stark mit seinen äus-seren Merkmalen zusammen. Das Rindenmuster des Gefieders und die darauf befindlichen Sonnenflecken auf den einzelnen Federn deuten auf den Aufenthalt in alten Laubhölzern hin, durch deren Laubdach die Sonne scheint. Für die Brut sind entsprechend grosse Bruthöhlen erforderlich. Wegen der fehlenden Nahrungsspezialisierung kann die Kleintierfauna vernachlässigt werden. Berücksichtigt man nun diese Kriterien, ergibt sich ein lichter Altholzbestand mit Eichen und Buchen, welche über grosse Höhlen verfügen. Durch seine Ortsunabhängigkeit bei der Nistplatzsuche besiedelt der Waldkauz auch gerne Mischwälder und sogar reine Nadelwälder. Entscheidend bei einem Revier ist aber auch das Nahrungsangebot. Oft fehlen in den Wäldern genug grosse Bruthöhlen. Mit dem Anbringen von Nistkasten kann dem Waldkauz sehr geholfen werden.


Gefährdungsursachen

Eine der grössten Gefährdungsursachen ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Insbesondere ist der Waldkauz auf das Vorhandensein von alten Laubbäumen angewiesen, in welchen grosse Höhlen überhaupt erst entstehen können. In unserer Waldwirtschaft werden vermehrt schnell wachsende Nadelhölzer gepflanzt und immer mehr alte Eichen gefällt. Als nach 1740 der Kartoffelanbau in der Schweiz im grossen Stil aufkam, mussten viele Eichenhaine dem Ackerbau weichen. Die Schweine, welche sich früher von den Eicheln im Wald ernährt hatten, bekamen nun immer mehr die Abfälle der Kartoffeln zu fressen. Das Hegen der Eichenwälder verlor so zunehmend an Bedeutung. Ende des 18. Jahrhunderts war das Holz als Rohstoff und als Brennstoff sehr begehrt. Nach der napoleonischen Zeit waren viele ruinierte Gemeinden gezwungen ihre wertvollen Eichen-bestände zur Geldbeschaffung zu liquidieren. Kaum hatte sich die Eichen-wirtschaft etwas erholt, war sie erneut stark getroffen worden. Für den Bau der Eisenbahn wurden Unmengen an Holz für die Schwellen benötigt. Jährlich wurden etwa 150000 Stück der Eichenschwellen verbaut oder ausgetauscht. Während den 50 Jahren Eisenbahnbau wurde der Eichen-bestand drastisch dezimiert (Küchli, 1987, Seite 7 bis 24). Heute findet man keine grösseren Eichenbestände mehr. Im Untersuchungsgebiet wurden zwei kleinere Eichenwälder festgestellt, wovon der eine durch die Gemeinde stark abgeholzt wurde! Der Waldkauz ist bezogen auf die Nistplatzwahl sehr flexibel und weiss sich zuhelfen. So zieht er seine Jungen zur Not auch in Singvogelnestern oder Nischen auf. Der Bruterfolg fällt dann aber deutlich geringer aus als bei Höhlenbruten.


Der Brutplatz

Nachdem das Männchen dem Weibchen mögliche Nistplätze durch Anfliegen der Bruthöhle signalisiert, wählt das Weibchen den besten Brutplatz aus. Bevorzugwerden hauptsächlich frei anfliegbare Baumhöhlen. Schwarz-spechthöhlen sind wegen der geringen Grösse für eine Brut ungeeignet und werden nur für Tagesplätze verwendet. Da in den einzelnen Revieren meistens nur eine geringe Auswahl an Bruthöhlen zu finden ist, ist der Wald-kauz nicht wählerisch. Die Brutplätze sind in der Regel unterhalb von 15 m und können durchaus in Bodennähe sein. In Wäldern ohne zweckmässige Höhlen oder Baumarten, welche aufgrund ihres Durchmessers keine ge-eigneten Höhlen enthalten können, nimmt der Waldkauzauch alte Greifvogel-horste oder Nester grösserer Singvögel (Krähen- und Amselnester) an. Auf-grund von Abholzungen von Althölzern mit möglichen Brutplätzen werden Nistkästen sehr gerne angenommen. In die ausgewählte Bruthöhle wird kein Material eingetragen, sondern lediglich eine Nistmulde gescharrt. Hingegen werden störende Gegenstände aus der Höhle geworfen. Meistens sind dies Eichhörnchenkobel, Wespen- oder Vogelnester. Als grösste höhlenbewohn-ende Eulenart hat der Waldkauz praktisch keine Brutplatzkonkurrenz.


Gelegegrösse

Die Gelegegrössen können je nach Jagdgebiet stark variieren und hängen vorwiegend vom Nahrungsangebot ab. In der Regel werden aber 2 bis 4 Eier gelegt. In guten Mausjahren können aber durchaus auch 6 oder 7 Eier in der Bruthöhle gefunden werden. Die Gelegegrössen im Untersuchungsgebiet variieren immer und werden in der Studie publiziert. In Jahren mit wenig Nahrung bleiben die Waldkäuze dem Revier oft treu, schreiten aber erst gar nicht zur Brut. Im nächsten Jahr brüten die Waldkäuze dann oft wieder im selben Gebiet und können dann Junge gross ziehen.


Die Brut

Es brütet ausschliesslich das Weibchen. Während das Weibchen auf den Eiern sitzt, wird es vom Männchen mit Mäusen versorgt. Nach Einbruch der Dunkelheit verlässt das Weibchen kurz die Bruthöhle, bäumt aber in der Nähe der Bruthöhle auf. Die Eier werden ca. 28 Tage bebrütet. Da ab dem ersten Ei gebrütet wird und etwa alle 2-3 Tage ein neues Ei gelegt wird schlüpfen die Jungen auch nach einander aus. Mit dem sogenannten Eizahn wird dann die Eischale durchbrochen. Sobald der erste Jungvogel geschlüpft ist, beginnt das Männchen Futter einzutragen. Dies führt dann häufig zu regelrechten Futterdepots in den Bruthöhlen


Die Jungen

Die frisch geschlüpften Jungen wiegen erst 30 g und wärmen sich gegen-seitig. Die Jungen sind die ersten 7 Tage noch blind.Nach ca. 14 Tagen brechen die Fahnen aus den Kielen der Schwingen und auf dem Rücken ist das braune wellenförmige Dunenkleid sichtbar geworden. Mit 2 Wochen wiegt ein Waldkauz bereits etwa 250 g. Nach 21 Tagen erscheinen dann die Kiele des Schwanzgefieders. Nach gut 28 Tagen können die Jungen schon richtig gut klettern und auch laufen. In diesem Alter sind sie häufig am Flugloch zu sehen und fliegen dann bald aus.
Nach dem Ausfliegen sitzen die Ästlinge rund um die Bruthöhle. Die jungen Eulen können in diesem Alter allerdings noch nicht wirklich fliegen. Dafür sind sie ausgesprochen gute Kletterer und können auch sehr schnell und gut laufen. Nur in den ersten Tage nach dem Ausfliegen halten sich die Jungen Waldkäuze noch in den tieferen Baumregionen auf. Sie erklettern dann bald die Wipfel der Bäume und werden dann noch einige Wochen von den Eltern betreut und in die Jagdtechnik eingeführt.


Die Ästlinge

Ästlinge sind die noch nicht flügge gewordene Jungen des Waldkauzes, welche die Bruthöhle zwar verlassen haben, jedoch auf Ästen sitzend von den Altvögeln weiterversorgt werden. Es ist also ganz normal, dass die Waldkauz-Ästlinge nach dem Verlassen der Bruthöhle nicht fliegen können.

Haben die Jungen einmal die Bruthöhle verlassen, werden sie auch nicht mehr dort hin zurückkehren. Flatternd versuchen sie einen nahen Ast, einen Baum oder Busch zu erreichen. Von dort klettern sie geschickt mit ihren scharfen Krallen und dem Schnabel in die Höhe. Oft gelingt der erste Flug aber nicht und die Ästlinge fallen zu boden. So können die jungen Waldkäuze auch oft am Boden beobachtet werden. Dies ist für die Eulen ein grosses Risiko, da sie einfach dem Fuchs oder Marder zum Opfer fallen. Vorallem wenn keine grobborkigen Bäume oder geeignete Äste in Bodennähe sind, können die Käuze nur schwer in die Höhe klettern. In diesem Fall, kann man die Jungen problemlos anfassen und auf einen erhöhten Ast setzen um sie vor Fressfeinden zu schützen. Vorsicht ist aber trotzdem geboten, denn die Eltern verteidigen ihre Jungen während dem Ausfliegen besonders agressiv und können selbst Menschen schwer verletzten.