Waldkauz

Mortalität

Die Mortalitätsrate von diesjährigen Waldkäuzen ist beinahe doppelt so hoch wie diejenige der Altvögel. Die Sterblichkeitsrate im 1. Jahr beträgt 47 - 71 %, während sie im zweiten Jahr nur noch 22 - 45 % beträgt. Die Sterblichkeits-rate im Erwachsenenalter beträgt im Schnitt 24 - 48 %. Der Waldkauz hat eine mittlere Lebenserwartung von 1,1 - 3,7 Jahren. Dieses doch eher tiefe durchschnittliche Lebensalter ergibt sich unter anderem durch die enorm hohen Sterblichkeitsraten der unerfahrenen Jungeulen. Kalte Wintermonate können ein Grund für ein zweites Mortalitätsmaximum sein. Bei einer ge-schlossenen Schneedecke legen die Feldmäuse ihre Gangsysteme unter der Schneedecke an, was die Erbeutung erheblich erschwert. Können die Jungeulen dann nicht auf alternative Beute umstellen, werden sie zunehmend geschwächt und gehen in der Folge an Unterernährung ein. Trotz der niedrigen Lebenserwartung von weniger als vier Jahren gibt es immer wieder Ringfunde und Meldungen von Brutkontrollen, welche auf ältere Waldkäuze schliessen lassen. Der älteste Ringfund in der Schweiz beträgt 21 Jahre und 11 Monate und stellt sicherlich eine Ausnahme dar!



Feinde

Zu den Fressfeinden gehören die grösseren Eulen (Uhu (Bubo bubo) und Habichtskauz (Strix uralensis)), sowie die grösseren Taggreifvögel (Habicht (Accipiter gentilis) und Mäusebussard (Buteo buteo)). Der äusserst ge-schickte und flinke Steinmarder ist eine grosse Gefahr für den Waldkauz. Nebst der Plünderung des Geleges und der Jungvögel, kann er selbst für brütende Weibchen eine Gefahr darstellen. Insbesondere dann, wenn die Weibchen hartnäckig auf den Eiern sitzen bleiben.

Während dem der Waldkauz badet um sein Gefieder zu pflegen, ist die Eule den tagaktiven Greifen (insbesondere Habicht) ausgeliefert. Dann ist der Waldkauz ungeschützt und kann sich nicht auf seine Tarnung verlassen. Anhand von Untersuchungen wurden folgende Todesursachen festgestellt: Strassenverkehr 34%, Kollision mit Bahn- oder Leitungsdrähten 33%, Krank-heit, Schwäche oder Verletzungen 10%, in Kamin oder Lüftungsschacht verendet 7%, ertrunken 6%, natürliche Feinde 5% und weitere, unbekannte Ursachen 5%. Am meisten Totfunde erwachsener Waldkäuze werden in den Monaten April und Mai festgestellt. Möglicherweise ist dies auf die grosse Belastung durch die Nahrungssuche für die Jungen zurückzuführen.

Gelegegrössen

Harte Winter mit viel Schnee setzen dem Bestand stark zu. Kann sich der Kauz nicht auf andere Nahrungsquellen umstellen (zB. Vögel), wird er wegen den Witterungsbedingungen eingehen. Auch langanhaltende Regenperioden setzten den Kauz ausser Gefecht. Sein Gefieder saugt sich dann mit Wasser voll und macht den Waldkauz flugunfähig.

Weitere häufige Todesursachen

Stacheldrähte, Windräder und Leitungen stellen für die nachtaktiven Eulen eine besonders grosse Gefahr dar. In der Nacht können sie diese Hinder-nisse nicht wahrnehmen und kollidieren oder verfangen sich mit den Hin-dernissen. Auch stark befahrene Strassen werden dem Waldkauz sehr oft zum Verhängnis.