Brutergebnisse im Studiengebiet

Kennzahlen zu den Brutergebnissen seit 2007

Brutergebnisse seit Studienbeginn

Die unterschiedlichen Siedlungsdichten innerhalb der Studie zeigen, dass innerhalb einer Studie starke Schwankungen in der Abundanz auftreten können. Die starken Schwankungen von zum Teil über 50 % im Vergleich zum Vorjahr zeigen eine gewisse zyklische Struktur. Die Anzahl Brutpaare zeigen mehr oder weniger alle drei bis vier Jahre hohe Werte, welche dann im Folgejahr zum Teil massiv sinken und sich danach während ein bis zwei Jahren wieder erholen. Die starken Schwankungen sind nicht primär durch Dispersion der Waldkäuze bedingt. Durch die Beringung und Kontrollfänge konnte gezeigt werden, dass die Brutpaare sehr reviertreu sind und in Jahren mit mangelnder Nahrung zwar im Revier bleiben, aber nicht zur Brut schreiten. Die Schwankungen beruhen vielmehr auf unterschiedlichen Nahrungsangeboten.

Die Grösse einer Population eines Beutegreifers hängt von der Verfügbarkeit ihrer Nahrungsquelle ab. Je grösser die Population der Beutetiere, desto eher wächst die Population der Beutegreifer. Die Beutetiere werden dann aber nicht nur durch die erhöhte Dichte der Beutegreifer dezimiert, sondern erfolgt durch den Zusammenbruch der Beutepopulation während der Retrogradation. Beide Populationen schwanken periodisch, allerdings zeitlich versetzt. Die Mastjahre bei Buche und Eiche können regional durch das üppige Nahrungsangebot zu einer Verstärkung der Beutepopulation führen. In der Regel treten Mastjahre alle sechs bis zehn Jahre auf.


Brutergebnisse 2020

Nach einem sehr milden Winter ohne viel Schnee und einen warmen und trockenen Frühling hätte die Waldkauz Saison eigentlich früher beginnen können. Trotzdem wurde erst sehr spät gebrütet. Vermutlich hängt dies mit dem schlechten Nahrungsangebot zusammen und die Waldkäuze haben noch auf bessere Zeiten gewartet. Entsprechend gab es wenige Bruten mit kleinen Gelegen. In der Regel waren es 2er Gelege und selten 3er Gelege. Aus den 9 Bruten gingen 22 Eier hervor, wovon 18 Jungvögel geschlüpft waren. Ein Gelege wurde verlassen, bei einem anderen wurden die Jungvögel tot vorgefunden. Bis auf zwei Weibchen waren alles bereits beringte Eulen. Gleich in zwei Waldstücken gelang ein Erstnachweis seit Studienbeginn. Beide Weibchen konnten dort beringt werden.
Typisch für Jahre mit wenig Nahrung, gab es keine Futterdepots in den Nistkasten und es sind nur erfahrene Weibchen zur Brut geschritten.
Interessant sind die besetzen Reviere in diesem Jahr. Viele grosse Wälder blieben ohne eine Brut. Dafür gab es ein gehäuftes Vorkommen im süd-östlichen Teil des Studiengebietes, wo die besetzten Reviere dicht bei einander liegen (oft unter einem Kilometer).
Nebst dem schlechten Jahr, wurden wohl einige Nistkasten auf Grund der massiven Waldrodungen (Borkenkäfer) erst gar nicht bezogen, respektive wurde der Nistplatz zerstört. Die neuen offenen Waldflächen dürften dem Waldkauz in den nächsten Jahren aber als zusätziche freie Jagdfläche zu Gute kommen.


Brutergebnisse 2019

Seit Studienbeginn die drittbeste Saison. Es gab 16 Brutversuche, wovon 5 Bruten verlassen wurden. Unerklärlich ist, dass in einem grossen Waldstück mit 6 Nistkasten gleich 3 Bruten mit verlassenen Gelegen vorgefunden wurden. Total wurden 65 Eier gelegt, aus welchen nur 37 Jungvögel schlüpften. Das Nahrungsangebot war gut, sodass oft riesige Nahrungsdepots angelegt wurden in den Bruthöhlen. Wegen dem guten Nahrungsangebot waren die 5er Gelege am häufigsten vorgekommen. Trotzdem gab es in diesem Jahr sehr viele Verluste. Einerseits resultieren die Verluste durch die hohe Anzahl der verlasseneen Gelege (5), andereerseits auf Verlurste während der Aufzucht. Acht Waldkäuze konnten kontrolliert werden, wovon zwei als Jungvogel beringt worden sind.


Brutergebnisse 2018

Nach der letztjährigen Brutsaison mit Rekordzahlen bei der Brutdichte und den Jungen, ist die Abundanz wie erwartet eingebrochen. Nur gerade sieben Brutpaare sind zur Brut geschritten. Davon waren 6 Bruten erfolgreich. Viele grosse Waldstücke und langjährige benutzte Nistkasten blieben ohne Brut. Nur gerade zwei Kontrollfänge gab es unter den brütenden Weibchen. Der im Vergleich späte Brutbeginn und die durchschnittliche Gelegegrösse von zwei Eiern deutet auf ein schlechtes Nahrungsangebot hin. Auffällig ist zudem, dass nur alte Weibchen ein Brutversuch gewagt haben. Aus den insgesamt 14 Eiern sind 10 Jungvögel geschlüpft, welche das Ästlingsalter alle erreicht haben.


Brutergebnisse 2017

Die Prognosen haben sich bestätigt. Nach dem schlechten Brutjahr 2016 erfolgte unter anderem dank den milden Wintertemperaturen ein Rekordjahr. Es gab 2017 total 21 Brutversuche, wovon 17 erfolgreich waren. Eine Brut wurde vermutlich durch den Marder zerstört, wähend 3 Gelege frühzeitig verlassen wurden. Aus den 75 Eiern schlüpften 65 Jungvögel aus, welche das Ästlingsalter erreichten. Die durchschnittliche Gelegegrösse liegt mit 3,75 Eiern über dem Durchschnitt der letzten Jahre. In einem Nistkasten konnten sogar 7 Jungvögel beringt werden, was auf ein sehr gutes Nahrungsangebot schliessen lässt. Nebst den 8 Kontrollfängen der adulten Weibchen gelangen dieses Jahr auch zwei Kontrollfänge von Jungvögeln aus dem Jahre 2011 und 2015! Interessant ist, dass viele - sonst häufig - benutzte Nistkasten nicht besetzt waren. Es gab dieses Jahr viele Neubesetzungen von Nistkasten. Insgesamt konnte eine hohe Siedulungsdichte festgestellt werden. So brüteten in einem Wald mit 1.73 Quadratkilometern 4 verschiedene Waldkäuze!


Brutergebnisse 2016

Nach zwei guten Brutjahren folgte 2016 ein schlechtes Brutjahr. Dies zeichnete sich durch einen späten Brutbeginn, kleine Gelege sowie viele Singvogelfedern im Nistkasten aus. Insgesamt 8 Bruten mit total 22 Eiern wurden begonnen. Drei Bruten wurden mit den Eiern oder den Jungen aufgegeben, respektive ausgeraubt. Aus den verbleibenden fünf Bruten gingen 15 Jungvögel hervor, welche alle beringt werden konnten. Bei der Gelegegrösse gab es lediglich 2-er und 3-er Gelege, wovon aber meistens ein bis zwei Jungvögel eingingen. Von den 8 Bruten konnten 7 Weibchen kontrolliert werden. Während zwei neue Weibchen im Studiengebiet brüteten, waren die restlichen 5 Weibchen bereits in Vorjahren erfasst worden. Ausser ein Weibchen haben alle den letztjährigen Brutplatz gewechselt und sind in einem nahegelegenen Nistkasten am Brüten gewesen. Ein Weibchen wurde 2014 in einem Nistkasten 5,1km nördlich als Jungvogel beringt. Nach der schlechten Brutsaison dürfte 2017 wieder erfolgreicher werden, sofern sich die Mauspopulation bis dann wieder erholt hat.